Montag, 13. März 2006

Kennst du "Falling Down"?

Irgendwie komme ich mir vor, als sei ich verärgert. Was ist das nur?
Dabei war es doch ein ganz gewöhnlicher Tag. Dörfliches Flair, ein gutbürgerliches Mehrfamilienhaus in einer kleinen Straße, ganz in der Nähe eines Bächleins.
Kennst du "Falling down"?
Kurz nach 8 Uhr beginnt draußen irgend so ein, sich permanent zu langweilen scheinender, kleinbürgerlicher Prolet den Rasen zu mähen. Dieser Rasen ist seit einer Woche vollkommen vertrocknet, verbrannt, nur noch knappe 3 Zentimeter hoch und ähnelt eher einer Asbestplatte, als einem grünen, frischen Flecken wohltuender Wiese. Im Halbschlaf nehme ich den hartnäckig rhythmischem Takt des Mähens wahr. Irgendwie erinnert mich das an das Handeln eines Zwangserkrankten. Doch dann....Ruhe....es hat aufgehört. Eine knappe dreiviertel Stunde für 30 Quadratmeter Rasen. Gerade war ich an meinem freien Tag wieder am eindösen, da regt sich erneut Unruhe in mir. Mein "zwangsneurotischer" Hobbyhausmeister beginnt in schrillem, unangemessen angepasst waschweibigem Ton ein ach wie sinnvolles Gespräch. Unüberhörbar kann man den geistigen Ergüssen über "Heutzutage...", "Nun ja, es ist eben so...", "Früher ging es uns allen besser...", "Welche Krankheiten habe ich..." und "Die Ausländer sind an allem schuld..." folgen. Wie gerädert bewege ich mich aus dem Bett zum Fenster. Ich schaue durch einen Schlitz der Jalousie und denke mir so: " Was zur Hölle machst du kranker Typ da eigentlich?" Während ich mich in Richtung Küche auf den Weg mache, überlege ich, welche Waffe im Waffenladen gleich gegenüber der Schule für ihn wohl die richtige wäre. Es sollte jedenfalls etwas Großes sein.
Kennst du "Falling down"?
Ich schreie kurz auf. In Gedanken vertieft hab ich mir das heisse Wasser, welches eigentlich für meinen Kaffe bestimmt war, über die Hand gegossen. Sei es drum. Ich relaxe ein wenig, höre Interessantes im hiesigen Kulturradio, genieße die beruhigende Ausstrahlung der Sprecher, lausche aufmerksam Bachs Kantate Nr. 201.
Es ist früher Mittag geworden. Auf dem Weg zum Briefkasten unten am Haus ziehen letzte Relikte des massakrierten Rasens an mir vorüber. Alles was man hier noch riechen kann sind das Öl das aus dem Mäher lief und verbrannte Halme. Wie aus dem Nichts steht plötzlich Herr Vermieter vor mir und redet, deulich erkenn- und wahrnehmbar unter Alkoholeinfluss, auf mich ein: "Ich habe gehört, esss gäbe ein paar...Probbbleme! Sie haben ihre Hausordnung nicht gemacht!" Bloody Hell, was redet der da?!!! Ich überlege kurz und muss mir eingestehen, dass dieser Typ nicht nur ekelerregend ist, sondern ich die Hausordnung tatsächlich letzte Woche vergaß. Wie von Geisterhand in den Kopf gelegt, schiesst mir mein liebster Freund und Helfer, der neurotische Möchtegernhausmeister und Spiegeltrinker, durch die Bahnen meines Hirns. Sollte er tatsächlich beim "Herrn des Hauses" Bericht über meine nie wieder gutzumachende Tat erstattet haben? Schlagartig kaufe ich in Gedanken sämtliche großkalibrige Munition beim netten Waffenhändler von nebenan.
Kennst du "Falling down"?
Mit Hilfe einer schnell zusammengestellten Mängelliste, bezogen auf Keller, Wohnung und Garten, nehme ich dem trunkenen, nicht übermäßig hochgezüchteten Vermietergeist rasch den Wind aus den Segeln. Natürlich weiß er um diese kleineren Mißstände...
Als ich wieder hineingehe, erhasche ich im letzten Blickwinkel noch das Gesicht des Herrn Nachbarn. Schnell noch ein freundliches "Hallo" hinübergegrüßt.....nichts. Die fahle, aschgraue Gestalt scheint momentan nicht in der Lage zu sein seine Umwelt zu realisieren. Erst gestern Abend noch wurde uns von dieser Gestalt über den nachbarschaftlichen Zaun Feuerholz für ein kleines Grillfeuer im Freien zugeworfen. Und das mit einer Euphorie die ihres Gleichen sucht. Hatte ich diese zuvorkommende Geste etwa falsch interpretiert?
Kennst du "Falling down"?
Es ist Nachmittag. Ich sitze mit meiner Freundin auf dem Sofa. Wir halten Smaltalk, sollten vielleicht noch etwas einkaufen gehen. Meine Laune, rein äußerlich bestens, innerlich eher unbeständig, läßt mich recht ausgeglichen erscheinen. Mir fällt ein, dass ich noch etwas aus dem Auto holen muss. Also, Treppe runter, zur Haustüre hinaus, vorbei am Hasenstall, vorbei am Hasenstall, vorbei am Hasenstall.....Moment mal...!? Ich traue meinen Augen nicht. Wie in Todesangst flattert wild eine Flugente in einem der engen Wohnkontainer für Langohren, bricht sich beinahe die Flügel. "Das kann doch nicht sein!" Mit angelernter Unberührtheit gehe ich zum Wagen, hole die vergessenen Sachen und nehme den Weg zurück nach oben. Etwas desorientiert erzähle ich vom ungewöhnlichen Tier im Hasengehege. Ein Tier das definitiv nichts in einem solchen Stall zu suchen hat. Erneut fällt mir der stimmenentgleiste, sadistische, (oft gemutmaßt auch) an einem Ödipussi-Syndrom leidende, hausmeisternde "Hasenzüchter" unangenehm auf.
Kennst du "Falling down"?
Nach einiger Diskussion brechen wir zum Einkaufen auf. Auf dem Weg nach unten schauen wir hinaus durch das Hausfenster. Die Ente ist weg! Im gleichen Augenblick als wir die Schwelle der Haustür überschreiten quillt aus dem Keller ein hauchendes, krächzendes Geräusch. Dieses kranke Arschloch!
Kennst du "Falling down"?
Wie von Sinnen, von unkoordinierten Gedanken geprügelt fahren wir....zum Einkauf.
Die Wut ist übermäßig, es drückt in einem. Dennoch passiert nichts. Unzählige Male kreisen die Gedanken...nichts.
Doch die Gelegenheit wird sich selbst beim Schopfe packen!
Kennst du "Falling down"?

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Pi flupp

Freitag, 10. März 2006

Musik - weder Handwerk noch Kunst?

Ein jeder weiß ja, dass der mittlerweile unendliche Musikstrom längst über seine Ufer getreten ist. So wurde er doch an nicht wenigen Stellen seines ureigensten Laufes beschnitten und zu einem geradlinigen, schwammigen und unüberschaubaren Delta gemacht, das die Lande überschwemmt. Mit der Möglichkeit produktive Mittel im Kinder-Baukastensystem selbst in die Hand zu nehmen, schickten sich vor noch nicht allzu langer Zeit eine Menge Leute an, Musik als Sklaven einzusetzen, nicht mehr als Ausdruck elitären Handwerks, oder als Kunst der Muse. Nun, der Zeitgeist hat gezeigt, dass einige dieser Sklaven durchaus ihre Berechtigung behielten. Dennoch, ein wachsendes Industriedenken, einhergehend mit tonnenschwerer Selbstüberschätzung (warum muss ich dauernd an DSDS denken...?), lässt "musikalische Darbietungen" zu verkrüppelten Eintagsfliegen mutieren, ganz gleich wie sinnlos sie auch sein mögen. Es zählt nunmehr nur noch, schnellstmöglich vom großen Kuchen etwas abzubekommen. Wem das nicht gelingt, oder wer das nicht in diesem Sinne will, der möge bleiben wo der Pfeffer wächst. Ein Großteil davon wächst bekanntlich in Indien...also NO CHANCE!
Musik also leicht gemacht, für jeden Deppen der Nation. Mit einem "Boaarr is der süüß!" ist das Handwerk dann entgültig in den Hintergrund gerutscht.
Während die Kluft zwischen großen, beständigen Musikern, alten Meistern und kleinen bestrebten, handwerklich richtig guten "Underground-Bands" wächst, breitet sich der unübersichtliche Strom immer weiter aus und droht die letzten modernen Relikte der Musikgeschichte samt deren Nachkommen und Vorfahren zu ersticken. Eine Ära (wahllos) Bowie, Sting, Turner, Zeppelin etc. wird es womöglich nicht mehr geben. Einige, denen das Überleben mittlerweile größere Probleme macht als das Profitieren aus unzähligen Erfolgen (Beispiel "Rolling Stones"...die nur noch ein Schatten ihrer selbst sind und sich ihre Legende gründlich vermasselt haben, ja sich vielleicht sogar schon vor sich selbst zum Gespött machen...traurig, aber wahr...), haben sich ebenfalls zum Sklaven degradieren lassen. Wie peinlich das für einige ist, muss man nicht groß detaillieren, das kennt jeder.
Zeichen der Zeit? Schwarze Prognosen? Kann jenseits fetter Plattenbosse und jenseits des musikalischen "Volkssturmes" (sorry für diesen etwas komischen Ausdruck) überhaupt noch etwas von Bestand sein?
Welche Fragen werfen sich noch auf?

In diesem Sinne...des Menschen Wille ist sein Himmelreich (oder so ...)

musik-weder-handwerk


Pi flupp

Ego-Shooter machen krank? Ja, wirklich?

Ein altes Thema, aber nur mal so als Beispiel...
Du siehst ein paar niedliche, wuschelige Kücken vor dir, dicht an dicht. Ganz aus der Nähe betrachtet gibt dies ein zu schönes Bild ab. Entfernst du dich von dieser Sicht, bemerkst du, dass diese kleinen Tierchen auf einem Förderband sitzen und ehe du dich versiehst, werden von einer netten Bandarbeiterin jene, die zu klein oder etwas ungesund aussehen, hinab in einen Schredder sortiert.
Nur mal so als Beispiel...
Das Frühstücksei, eben noch aus der Kloake eines vor sich hinsiechenden, in einem 30x30 cm kleinen Gitter (ohne festen Boden) gehaltenen Industriegeflügels gefallen, hätte heute ein wenig länger zum Kochen gebraucht. Etwas stimmt damit nicht.
Nur mal so als Beispiel...
Das mittags verspeiste Putenschnitzel besteht im Wesentlichen aus Tieren, die zu tausenden in abgedunkelten, zentimeterhoch mit Kot bedeckten Ställen leben. Dass diese sich nicht gegenseitig wund hacken, werden ihnen Teile der Schnäbel abgetrennt, abgebrochen oder gestutzt. Die Brust dieser Tiere ist oft so großgezüchtet, dass normales Laufen nicht mehr möglich ist. Ein Rupfen nach ihrem Ableben ist nicht weiter nötig, da sie einen Großteil ihrer Federn längst verloren haben.
Nur mal so als Beispiel...
Es geht doch nichts über eine herzhafte Salami aus Spanien, auch wenn diese in Deutschland hergestellt wird. Man karre einfach ein paar LKW-Ladungen voller Rinder unendliche Kilometer von einem Ort des Planeten zu einem anderen. Wer diese Fahrt überlebt hat leider kein Glück gehabt. Ebenfalls wird nicht sofort erlöst, wer sich bei der strapaziösen Fahrt die Beine gebrochen hat. Mit nach hinten geknickten Hinterläufen muss man schon selbst seiner Hinrichtung entgegen gehen. Wenn es schnell gehen muss, werden Elektro-Schocks zur Betäubung vor dem finalen Bolzenschuss gleich weggelassen.
Nur mal so als Beispiel...
An einigen Orten der Welt werden Tiere vor ihrer Schlachtung bis zur Besinnungslosigkeit geprügelt. Das hat die Ausschüttung fleischerweichender und geschmackfördernder Stresshormone zur Folge. ....eine Delikatesse also...
Nur mal so als Beispiel...
Eine Fleischerin erzählt, dass Schweine die beim Schlachten nicht sofort tot sind, trotzdem an den Haken kommen. Der Schnitt zum Ausbluten des Tieres folge aber....danke :-). Für Einzelbehandlungen ist keine Zeit.
Was hat das nun alles mit Ego-Shootern zu tun, fragst du dich?
Nur mal so als Beispiel...
Während Behörden damit beschäftigt sind, Spiele zu indizieren in denen auf virtuelle menschliche oder menschenähnliche Ziele geschossen wird, damit beschäftigt sind, Körper nicht realistisch zu Boden fallen zu lassen, damit beschäftigt sind, aus rotem Blut grünes zu machen, damit beschäftigt sind Gewaltszenen zu entschärfen...wird suggestiv und offensiv für zarte rosa Wurst und schmackhaftes Fleisch geworben, ganz so, als käme es einfach aus dem 7. Himmel. Was also ist hier wirklich krank?
Nur mal so als Beispiel...
Die Jugend muss vor Gewaltausbrüchen geschützt werden. Wie mache ich das? Ich schaue Kriegsberichterstattung live im Fernsehen. Wie noch? Ich sitze passiv vor der Glotze und sauge Szenen in mich auf, in denen Menschen mit Knüppeln, Steinschleudern, Schusswaffen und Brandbeschleunigern aufeinander losgehen. Natürlich, es sind IMMER die Anderen schuld. Hier ist es ja nicht so.
Warum drängt sich mir die Meinung auf, dass die wirklich kranken Sachen unterschwellig, suggestiv und bewußt gesteuert passieren?
Lasst eure Kinder einmal 24 Stunden Schlachthof-, Tiertransport-, oder Nutzviehhaltungszenen sehen. Lasst sie einmal einmal 24 Stunden ein Videospiel in Art eines Ego-Shooters spielen.
Wenn der Shooter dann mehr Eindruck hinterlässt, dann ist grundlegend in unserem Leben etwas faul!
Oh...ich muss mein Game ausmachen....es gibt was zu essen...

egoshooter-machen-krank


Pi flupp

think positive

...kein Statement

Mittlerweile wächst die Überzeugung, dass nach dem offiziellen Ende nicht der in Himmel oder Hölle kommt, der gut oder böse war, sondern, wer die üblen Prüfungen des Lebens besteht, bekommt nocheinmal eine zweite Chance (fette Weisheit!). Das führte jedoch zwangsläufig dazu, dass man einem riesen Haufen "assholes" erneut begegnen würde. Tja, was ist nun die bessere Wahl? Bestehen oder lieber durchfallen lassen?
Aber das soll hier kein Statement werden...

Nun, jeder weiß, selbst positiv denkende Menschen werden vom Negativen angezogen. Das hat so etwas wie Zerrissenheit zur Folge. Wäre es nicht besser(,) eben nicht alles zu tolerieren, jedem, der Mätzchen macht, einfach mal nur das Licht auszublasen, oder ihn wenigstens ein klitzekleines bisschen leiden zu lassen...? Nur was man danach alles an der Backe hätte hält einen davon ab, nicht das Gewissen. Auf Gerechtigkeit kann man hoffen, aber davon übezeugt sein? Dieser Illusion kann man sich nicht wirklich hingeben. Vielleicht ist sie sowieso nur ein Kunstbegriff.
Aber das soll hier kein Statement werden...

Man muss sich beugen! Nur die Hilfe von ganz oben ist die richtige! Wie hirnverbrannt das teilweise vonstatten geht, kann man auch dann noch nicht glauben, wenn man sie bereits in Anspruch genommen hat. Aber man muss sich beugen! Was auch immer du hast, du musst dich beugen! Dass es an dieser Stelle einigen den Schalter umlegt ist nachvollziehbar. Jeder noch so kleine soziale Kreis wäre in der Lage (bei weitem nicht immer unklug) schneller und effektiver zu handeln, womöglich sogar...(hüstel)...gerecht zu sein.
Aber das soll hier kein Statement werden...

Während sich die Einen ohne jegliche Information durchs Leben mutmaßen, stehlen, lügen und einfach keinen Plan von nichts haben, machen sich die Anderen, die doch eigentlich die Möglichkeit zum großen Plan hätten, eher Gedanken darum, wie es wäre, doch einmal wieder etwas zu mutmaßen, frei von auch nur irgendeiner Verbindung ihrer Synapsen. Je mehr man informiert ist, desto mehr muss man sich Gedanken machen, klar - ein Kreislauf ohne Ende. Leider macht das alles nicht wirklich Sinn, weil so alles stagniert.
Aber das soll hier kein Statement werden...

Mein Statement: Ich glaube trotzdem an ein gutes Ende einer jeden Geschichte, wobei ich auch die einbeziehe, die kein "happy end" haben.
Ja...und auch kleine Kaliber können großen Schaden machen...


Pi flupp

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