Kennst du "Falling Down"?
Irgendwie komme ich mir vor, als sei ich verärgert. Was ist das nur?
Dabei war es doch ein ganz gewöhnlicher Tag. Dörfliches Flair, ein gutbürgerliches Mehrfamilienhaus in einer kleinen Straße, ganz in der Nähe eines Bächleins.
Kennst du "Falling down"?
Kurz nach 8 Uhr beginnt draußen irgend so ein, sich permanent zu langweilen scheinender, kleinbürgerlicher Prolet den Rasen zu mähen. Dieser Rasen ist seit einer Woche vollkommen vertrocknet, verbrannt, nur noch knappe 3 Zentimeter hoch und ähnelt eher einer Asbestplatte, als einem grünen, frischen Flecken wohltuender Wiese. Im Halbschlaf nehme ich den hartnäckig rhythmischem Takt des Mähens wahr. Irgendwie erinnert mich das an das Handeln eines Zwangserkrankten. Doch dann....Ruhe....es hat aufgehört. Eine knappe dreiviertel Stunde für 30 Quadratmeter Rasen. Gerade war ich an meinem freien Tag wieder am eindösen, da regt sich erneut Unruhe in mir. Mein "zwangsneurotischer" Hobbyhausmeister beginnt in schrillem, unangemessen angepasst waschweibigem Ton ein ach wie sinnvolles Gespräch. Unüberhörbar kann man den geistigen Ergüssen über "Heutzutage...", "Nun ja, es ist eben so...", "Früher ging es uns allen besser...", "Welche Krankheiten habe ich..." und "Die Ausländer sind an allem schuld..." folgen. Wie gerädert bewege ich mich aus dem Bett zum Fenster. Ich schaue durch einen Schlitz der Jalousie und denke mir so: " Was zur Hölle machst du kranker Typ da eigentlich?" Während ich mich in Richtung Küche auf den Weg mache, überlege ich, welche Waffe im Waffenladen gleich gegenüber der Schule für ihn wohl die richtige wäre. Es sollte jedenfalls etwas Großes sein.
Kennst du "Falling down"?
Ich schreie kurz auf. In Gedanken vertieft hab ich mir das heisse Wasser, welches eigentlich für meinen Kaffe bestimmt war, über die Hand gegossen. Sei es drum. Ich relaxe ein wenig, höre Interessantes im hiesigen Kulturradio, genieße die beruhigende Ausstrahlung der Sprecher, lausche aufmerksam Bachs Kantate Nr. 201.
Es ist früher Mittag geworden. Auf dem Weg zum Briefkasten unten am Haus ziehen letzte Relikte des massakrierten Rasens an mir vorüber. Alles was man hier noch riechen kann sind das Öl das aus dem Mäher lief und verbrannte Halme. Wie aus dem Nichts steht plötzlich Herr Vermieter vor mir und redet, deulich erkenn- und wahrnehmbar unter Alkoholeinfluss, auf mich ein: "Ich habe gehört, esss gäbe ein paar...Probbbleme! Sie haben ihre Hausordnung nicht gemacht!" Bloody Hell, was redet der da?!!! Ich überlege kurz und muss mir eingestehen, dass dieser Typ nicht nur ekelerregend ist, sondern ich die Hausordnung tatsächlich letzte Woche vergaß. Wie von Geisterhand in den Kopf gelegt, schiesst mir mein liebster Freund und Helfer, der neurotische Möchtegernhausmeister und Spiegeltrinker, durch die Bahnen meines Hirns. Sollte er tatsächlich beim "Herrn des Hauses" Bericht über meine nie wieder gutzumachende Tat erstattet haben? Schlagartig kaufe ich in Gedanken sämtliche großkalibrige Munition beim netten Waffenhändler von nebenan.
Kennst du "Falling down"?
Mit Hilfe einer schnell zusammengestellten Mängelliste, bezogen auf Keller, Wohnung und Garten, nehme ich dem trunkenen, nicht übermäßig hochgezüchteten Vermietergeist rasch den Wind aus den Segeln. Natürlich weiß er um diese kleineren Mißstände...
Als ich wieder hineingehe, erhasche ich im letzten Blickwinkel noch das Gesicht des Herrn Nachbarn. Schnell noch ein freundliches "Hallo" hinübergegrüßt.....nichts. Die fahle, aschgraue Gestalt scheint momentan nicht in der Lage zu sein seine Umwelt zu realisieren. Erst gestern Abend noch wurde uns von dieser Gestalt über den nachbarschaftlichen Zaun Feuerholz für ein kleines Grillfeuer im Freien zugeworfen. Und das mit einer Euphorie die ihres Gleichen sucht. Hatte ich diese zuvorkommende Geste etwa falsch interpretiert?
Kennst du "Falling down"?
Es ist Nachmittag. Ich sitze mit meiner Freundin auf dem Sofa. Wir halten Smaltalk, sollten vielleicht noch etwas einkaufen gehen. Meine Laune, rein äußerlich bestens, innerlich eher unbeständig, läßt mich recht ausgeglichen erscheinen. Mir fällt ein, dass ich noch etwas aus dem Auto holen muss. Also, Treppe runter, zur Haustüre hinaus, vorbei am Hasenstall, vorbei am Hasenstall, vorbei am Hasenstall.....Moment mal...!? Ich traue meinen Augen nicht. Wie in Todesangst flattert wild eine Flugente in einem der engen Wohnkontainer für Langohren, bricht sich beinahe die Flügel. "Das kann doch nicht sein!" Mit angelernter Unberührtheit gehe ich zum Wagen, hole die vergessenen Sachen und nehme den Weg zurück nach oben. Etwas desorientiert erzähle ich vom ungewöhnlichen Tier im Hasengehege. Ein Tier das definitiv nichts in einem solchen Stall zu suchen hat. Erneut fällt mir der stimmenentgleiste, sadistische, (oft gemutmaßt auch) an einem Ödipussi-Syndrom leidende, hausmeisternde "Hasenzüchter" unangenehm auf.
Kennst du "Falling down"?
Nach einiger Diskussion brechen wir zum Einkaufen auf. Auf dem Weg nach unten schauen wir hinaus durch das Hausfenster. Die Ente ist weg! Im gleichen Augenblick als wir die Schwelle der Haustür überschreiten quillt aus dem Keller ein hauchendes, krächzendes Geräusch. Dieses kranke Arschloch!
Kennst du "Falling down"?
Wie von Sinnen, von unkoordinierten Gedanken geprügelt fahren wir....zum Einkauf.
Die Wut ist übermäßig, es drückt in einem. Dennoch passiert nichts. Unzählige Male kreisen die Gedanken...nichts.
Doch die Gelegenheit wird sich selbst beim Schopfe packen!
Kennst du "Falling down"?

Pi
Dabei war es doch ein ganz gewöhnlicher Tag. Dörfliches Flair, ein gutbürgerliches Mehrfamilienhaus in einer kleinen Straße, ganz in der Nähe eines Bächleins.
Kennst du "Falling down"?
Kurz nach 8 Uhr beginnt draußen irgend so ein, sich permanent zu langweilen scheinender, kleinbürgerlicher Prolet den Rasen zu mähen. Dieser Rasen ist seit einer Woche vollkommen vertrocknet, verbrannt, nur noch knappe 3 Zentimeter hoch und ähnelt eher einer Asbestplatte, als einem grünen, frischen Flecken wohltuender Wiese. Im Halbschlaf nehme ich den hartnäckig rhythmischem Takt des Mähens wahr. Irgendwie erinnert mich das an das Handeln eines Zwangserkrankten. Doch dann....Ruhe....es hat aufgehört. Eine knappe dreiviertel Stunde für 30 Quadratmeter Rasen. Gerade war ich an meinem freien Tag wieder am eindösen, da regt sich erneut Unruhe in mir. Mein "zwangsneurotischer" Hobbyhausmeister beginnt in schrillem, unangemessen angepasst waschweibigem Ton ein ach wie sinnvolles Gespräch. Unüberhörbar kann man den geistigen Ergüssen über "Heutzutage...", "Nun ja, es ist eben so...", "Früher ging es uns allen besser...", "Welche Krankheiten habe ich..." und "Die Ausländer sind an allem schuld..." folgen. Wie gerädert bewege ich mich aus dem Bett zum Fenster. Ich schaue durch einen Schlitz der Jalousie und denke mir so: " Was zur Hölle machst du kranker Typ da eigentlich?" Während ich mich in Richtung Küche auf den Weg mache, überlege ich, welche Waffe im Waffenladen gleich gegenüber der Schule für ihn wohl die richtige wäre. Es sollte jedenfalls etwas Großes sein.
Kennst du "Falling down"?
Ich schreie kurz auf. In Gedanken vertieft hab ich mir das heisse Wasser, welches eigentlich für meinen Kaffe bestimmt war, über die Hand gegossen. Sei es drum. Ich relaxe ein wenig, höre Interessantes im hiesigen Kulturradio, genieße die beruhigende Ausstrahlung der Sprecher, lausche aufmerksam Bachs Kantate Nr. 201.
Es ist früher Mittag geworden. Auf dem Weg zum Briefkasten unten am Haus ziehen letzte Relikte des massakrierten Rasens an mir vorüber. Alles was man hier noch riechen kann sind das Öl das aus dem Mäher lief und verbrannte Halme. Wie aus dem Nichts steht plötzlich Herr Vermieter vor mir und redet, deulich erkenn- und wahrnehmbar unter Alkoholeinfluss, auf mich ein: "Ich habe gehört, esss gäbe ein paar...Probbbleme! Sie haben ihre Hausordnung nicht gemacht!" Bloody Hell, was redet der da?!!! Ich überlege kurz und muss mir eingestehen, dass dieser Typ nicht nur ekelerregend ist, sondern ich die Hausordnung tatsächlich letzte Woche vergaß. Wie von Geisterhand in den Kopf gelegt, schiesst mir mein liebster Freund und Helfer, der neurotische Möchtegernhausmeister und Spiegeltrinker, durch die Bahnen meines Hirns. Sollte er tatsächlich beim "Herrn des Hauses" Bericht über meine nie wieder gutzumachende Tat erstattet haben? Schlagartig kaufe ich in Gedanken sämtliche großkalibrige Munition beim netten Waffenhändler von nebenan.
Kennst du "Falling down"?
Mit Hilfe einer schnell zusammengestellten Mängelliste, bezogen auf Keller, Wohnung und Garten, nehme ich dem trunkenen, nicht übermäßig hochgezüchteten Vermietergeist rasch den Wind aus den Segeln. Natürlich weiß er um diese kleineren Mißstände...
Als ich wieder hineingehe, erhasche ich im letzten Blickwinkel noch das Gesicht des Herrn Nachbarn. Schnell noch ein freundliches "Hallo" hinübergegrüßt.....nichts. Die fahle, aschgraue Gestalt scheint momentan nicht in der Lage zu sein seine Umwelt zu realisieren. Erst gestern Abend noch wurde uns von dieser Gestalt über den nachbarschaftlichen Zaun Feuerholz für ein kleines Grillfeuer im Freien zugeworfen. Und das mit einer Euphorie die ihres Gleichen sucht. Hatte ich diese zuvorkommende Geste etwa falsch interpretiert?
Kennst du "Falling down"?
Es ist Nachmittag. Ich sitze mit meiner Freundin auf dem Sofa. Wir halten Smaltalk, sollten vielleicht noch etwas einkaufen gehen. Meine Laune, rein äußerlich bestens, innerlich eher unbeständig, läßt mich recht ausgeglichen erscheinen. Mir fällt ein, dass ich noch etwas aus dem Auto holen muss. Also, Treppe runter, zur Haustüre hinaus, vorbei am Hasenstall, vorbei am Hasenstall, vorbei am Hasenstall.....Moment mal...!? Ich traue meinen Augen nicht. Wie in Todesangst flattert wild eine Flugente in einem der engen Wohnkontainer für Langohren, bricht sich beinahe die Flügel. "Das kann doch nicht sein!" Mit angelernter Unberührtheit gehe ich zum Wagen, hole die vergessenen Sachen und nehme den Weg zurück nach oben. Etwas desorientiert erzähle ich vom ungewöhnlichen Tier im Hasengehege. Ein Tier das definitiv nichts in einem solchen Stall zu suchen hat. Erneut fällt mir der stimmenentgleiste, sadistische, (oft gemutmaßt auch) an einem Ödipussi-Syndrom leidende, hausmeisternde "Hasenzüchter" unangenehm auf.
Kennst du "Falling down"?
Nach einiger Diskussion brechen wir zum Einkaufen auf. Auf dem Weg nach unten schauen wir hinaus durch das Hausfenster. Die Ente ist weg! Im gleichen Augenblick als wir die Schwelle der Haustür überschreiten quillt aus dem Keller ein hauchendes, krächzendes Geräusch. Dieses kranke Arschloch!
Kennst du "Falling down"?
Wie von Sinnen, von unkoordinierten Gedanken geprügelt fahren wir....zum Einkauf.
Die Wut ist übermäßig, es drückt in einem. Dennoch passiert nichts. Unzählige Male kreisen die Gedanken...nichts.
Doch die Gelegenheit wird sich selbst beim Schopfe packen!
Kennst du "Falling down"?

Pi
Pila - 13. Mrz, 00:22



