Freitag, 10. März 2006

Musik - weder Handwerk noch Kunst?

Ein jeder weiß ja, dass der mittlerweile unendliche Musikstrom längst über seine Ufer getreten ist. So wurde er doch an nicht wenigen Stellen seines ureigensten Laufes beschnitten und zu einem geradlinigen, schwammigen und unüberschaubaren Delta gemacht, das die Lande überschwemmt. Mit der Möglichkeit produktive Mittel im Kinder-Baukastensystem selbst in die Hand zu nehmen, schickten sich vor noch nicht allzu langer Zeit eine Menge Leute an, Musik als Sklaven einzusetzen, nicht mehr als Ausdruck elitären Handwerks, oder als Kunst der Muse. Nun, der Zeitgeist hat gezeigt, dass einige dieser Sklaven durchaus ihre Berechtigung behielten. Dennoch, ein wachsendes Industriedenken, einhergehend mit tonnenschwerer Selbstüberschätzung (warum muss ich dauernd an DSDS denken...?), lässt "musikalische Darbietungen" zu verkrüppelten Eintagsfliegen mutieren, ganz gleich wie sinnlos sie auch sein mögen. Es zählt nunmehr nur noch, schnellstmöglich vom großen Kuchen etwas abzubekommen. Wem das nicht gelingt, oder wer das nicht in diesem Sinne will, der möge bleiben wo der Pfeffer wächst. Ein Großteil davon wächst bekanntlich in Indien...also NO CHANCE!
Musik also leicht gemacht, für jeden Deppen der Nation. Mit einem "Boaarr is der süüß!" ist das Handwerk dann entgültig in den Hintergrund gerutscht.
Während die Kluft zwischen großen, beständigen Musikern, alten Meistern und kleinen bestrebten, handwerklich richtig guten "Underground-Bands" wächst, breitet sich der unübersichtliche Strom immer weiter aus und droht die letzten modernen Relikte der Musikgeschichte samt deren Nachkommen und Vorfahren zu ersticken. Eine Ära (wahllos) Bowie, Sting, Turner, Zeppelin etc. wird es womöglich nicht mehr geben. Einige, denen das Überleben mittlerweile größere Probleme macht als das Profitieren aus unzähligen Erfolgen (Beispiel "Rolling Stones"...die nur noch ein Schatten ihrer selbst sind und sich ihre Legende gründlich vermasselt haben, ja sich vielleicht sogar schon vor sich selbst zum Gespött machen...traurig, aber wahr...), haben sich ebenfalls zum Sklaven degradieren lassen. Wie peinlich das für einige ist, muss man nicht groß detaillieren, das kennt jeder.
Zeichen der Zeit? Schwarze Prognosen? Kann jenseits fetter Plattenbosse und jenseits des musikalischen "Volkssturmes" (sorry für diesen etwas komischen Ausdruck) überhaupt noch etwas von Bestand sein?
Welche Fragen werfen sich noch auf?

In diesem Sinne...des Menschen Wille ist sein Himmelreich (oder so ...)

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Pi flupp

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